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Was ist Aikido: Teil 2

O-Sensei Ueshiba war, bevor er das Aikido entwickelte, Schüler vieler verschiedener Kampfschulen und Meister.

Aikido verbindet in sich die folgenden praktischen Maßnahmen zur Selbstverteidigung;
• Ken-Jutsu (Säbel- bzw. Schwertfechten),
• Yari (gerade Lanze),
• Naginata-Jutsu (Lanzenkampf, Lanze mit gekrümmter Klinge),
• Jiu-Jitsu und
• Aikijutsu.
Sowie einige ältere Formen der Kriegskünste (Bujutsu).

Hier folgen einige Stationen im Leben von Morihei Ueshiba.

Das Kito-Institut für Jiu-Jitsu in Tokyo war eine für ihre Wurftechniken berühmte Schule und eins der Stammhäuser des im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten Jiu-Jitsu. Die Kampfmethode die hier unterrichtet wurde, beruhte auf dem Prinzip der Geschmeidigkeit (Ju).
Einem Angriff wird durch die geschmeidige Ausführung einer Gruppe von Techniken begegnet. Diese Methodik verdeutlicht schon das Vorhandensein eines weiteren Prinzips in der Kampfkunst, das Prinzip der Übereinstimmung (Wa) bzw. der Harmonie (Ai).
Diese markanten Prinzipien übertrugen zwei Männer in ihre eigene Methodik. Es waren Jigora Kano, der das Judo entwickelte und Morihei Ueshiba, dem wir das Aikido verdanken.
1908 erhielt Morihei Ueshiba das Diplom dieser Schule. Er befaßte sich noch einige Jahre (1910-1925) mit allen Einzelheiten des Jiu-Jitsu.

Da viele Bewegungen in der waffenlosen Kampfkunst auf Bewegungen im bewaffneten Kampf basieren ergänzten viele Schulen ihr Repertoire durch den Unterricht im Gebrauch mit Waffen (Ken, Yari oder Naginata).
Die Fechter der Shinkage-Sekete waren für ihre Geschicklichkeit im Umgang mit dem Ken (Schwert) und der Yari (Lanze) berühmt. Morihei Ueshiba ließ sich im Lanzengebrauch unterweisen und erhielt 1922 das Diplom dieser Sekte. In den folgenden Jahren setzte er das Studium des Lanzenfechtens alleine fort und erfand eine ganze Reihe von neuen Bewegungen. Es heißt, dass diese Übungen zu den Techniken, die wir heute als Eintritts-Bewegungen (Irimi) kennen, führten.

Im Yagyu-Institut für Ken-Jutsu in Sakai ließ sich Ueshiba, von Meister Masakatsu Nakai in der Kunst des Schwertfechtens unterrichten und bekam 1908 das Diplom des Yagyu Instituts.
Die Krieger der Yagyu-Sippe waren im Ken-Jutsu durch die Meister der Aisu-Kuge Ryu (1452-1538) unterrichtet worden. Masakatsu Nakai, ein Nachkomme der Yagyu Familie, unterwieß Ueshiba in diesen Methoden und Strategien.
Das Tai-Sabaki ist ein Prinzip aus der Schwertkunst, und beruht auf Kreisbewegungen des Körpers bzw. Drehungen um die eigene Achse, wobei es darum geht, so schnell wie möglich zu ziehen und eine ununterbrochene, flüssige und zusammenhängende Abfolge von Maßnahmen gegen eventuelle Angreifer durchzuführen.

Die Daito-Sekte und ihre Jiu-Jitsu Schule in Hokkaido. Morihei Ueshiba lernte 1911, Meister Sokaku Takeda von der Daito-Schule für Jiu-Jitsu, kennen.
Die Daito-Sekte wurde von Minamoto Yshimitsu, ca. 1120, gegründet. Sie leitete ihren Ursprung der von ihr gelehrten Kriegskunust auf Prinz Sadazumi zurück, der im 9. Jahrhundert lebte. Diese Kampfkunst (Aikijutsu) war zwar dem Jiu-Jitsu verwand, leitete sich aber unmittelbar vom Ken-Jutsu ab und wurde lange Zeit geheimgehalten bzw. nur an adelige Schüler weitergegeben.
Jahrhunderte lang wurde diese Kunst von Kriegern der Minamoto-Sippe praktiziert, ehe sie in die Obhut der Takeda Familie kam.
Es zeigte sich, dass dieses Aikijutsu dem Jiu-Jitsu, bewaffnet oder unbewaffnet, im Kampf überlegen war.

Morihei Ueshiba behielt für seine modernere Form des Aikijutus, dem Aikido, eine grosse Anzahl dieser Techniken bei.


Text-Quelle:
"Aikido, Die Kampfkunst ohne Gewalt: ein Weg der Selbstfindung und Lebensführung"; S.70-74.
Autor: André Protin.
Verlag: Kösel-Verlag GmbH&Co., München.
ISBN 3-466-34092-6
.

Bild-Quelle:
"Der Weg des Aikido, Leben und Vermächtnis des Aikido-Gründers O-Sensei Morihei Ueshiba"; S. 36/56.
Autor: André Nocquet.
Verlag: Werner Kristkeitz Verlag, 6739 Weidenthal.
ISBN 3-921-508-23-1.


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